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06.-07.10.2007

Nach einer fast nicht endenden Autofahrt: Ankunft in der Huxmühle, wo die Auslosung bereits beendet und leider der größte Teil der Teilnehmer nicht mehr anwesend war. Lediglich ein kleiner Rest saß noch gemütlich bei dem viel zu spät angekündigten warmen Buffet – erfreulich für die, die dageblieben sind: Köstliche Fleischspeisen und lecker Beilagen. So saßen wir noch eine ganze Weile bis wir die letzten waren. Man musste ja auch nicht wirklich früh zu Bett, da am nächsten morgen die Fährten ab 8 Uhr gesucht wurden und im Stadion begannen die Vorführungen zu humaner Zeit ab 9 Uhr.

Die Anlage war ein etwas größerer Sportplatz, die Zuschauer hatten genügend überdachte und freie Sitzplätze, es gab ausreichend Kaffee und Frühstück - die Bewirtung allgemein, war sehr gut organisiert und man musste nicht wirklich in der Schlange stehen, wenn man was wollte. Die Helfer waren sehr nett und zuvorkommend. Die Parkplätze waren für die Anzahl der Teilnehmer und anwesenden Besucher mehr als ausreichend und wenn man mit seinen Hunden spazieren gehen wollte, gab es genügend Auslaufmöglichkeiten in unmittelbarer Umgebung.
Lediglich die Beschallung der Mikrofonanlage ließ zu wünschen übrig, so hatte man oft Mühe, die Durchsagen akustisch mitzuverfolgen.

In der Fährte draußen selber war ich nicht, vom Hören-Sagen waren durchweg alle Fährten sehr gut gelegt, teilweise beschwerten sich welche, das es zu leicht gewesen sei: die Winkel sahen aus wie Abgänge, die gesamte Fährtenlänge / die Schenkel viel zu kurz, …. Aber egal ob einfach oder schwer: auch so was muss ein Hund problemlos suchen können ;-) Herr Hans Heil der Richter war wie gewohnt sehr wohlgesonnen den Teilnehmern gegenüber und ließ dem einen oder anderen am Abgang mehr Zeit als vielleicht erlaubt. Aber wenigstens wurde das auch so gewertet, die meisten lagen im V oder SG, eine Handvoll im G und leider war auch einer dabei, der in der Fährte nicht das Prüfungsziel erreichen konnte.

Samstag morgen bei kaltem, fröstelnden Wetter und dichtem Nebel, der sich hartnäckig bis in den frühen Mittag hielt, begannen die Vorführungen pünktlich um 9.
Die meisten Unterordnungen waren sehr ansehnlich: schöne aufmerksame Freifolgen, freudig arbeitende Hunde und konzentrierte Hundeführer(innen). Zu oft unsauber ausgeführte Übungen - Kleinigkeiten, die aber zusammengezählt einigen Teams viele Punkte kosteten. Die häufigsten Patzer waren die Sprungübungen: hier war nur ein sehr kleiner Teil wirklich fehlerfrei. Entweder zeigten die Hunde knappe Sprünge über die Hürde, oder zeigten erst gar nicht den Hin- oder Rücksprung, entweder an der Hürde, oder an der Steilwand. So fehlten den meisten Teams mindestens ein Sprung. Zudem benötigten die meisten ein Doppelkommando für’s Platz beim „Voraus“.
Was mir sehr gut gefallen hat, war Richter Herr Ingolf Zygmanoski: er bewertete in meinen Augen über die zwei Tage hinweg, sämtliche Vorführungen sehr gleichmäßig. Manchmal vielleicht etwas zu korrekt, aber im Gesamtbild gesehen, hatte man eine realistische Bewertung erhalten. Fehler sind nun mal Fehler, und wenn man straff richtet ist das in Ordnung, solange man ALLE so bewertet !

Ein guter Übergang zum Schutzdienst, bzw. Schutzdienstrichter Herr Wolfgang Hecker…
Nach einer anstrengenden Heimfahrt, einem Dornröschen-ähnlichen Schlaf und lecker Frühstück, habe ich mir das Wochenende, besser gesagt die Vorführungen und Bewertungen in C, Revue passieren lassen. Und ich muss sagen: mir fehlen (fast) die Worte. Ich, und ich denke es ging den meisten Zuschauern so (sei es anwesende Richter, Funktionäre, Schutzdiensthelfer oder längjährige Hundeführer), die gezeigten Vorführungen und damit verbundenen Bewertungen waren in keinster Weise wirklich nachzuvollziehen. Keine klare Linie der Richtweise, äußerst fragwürdige Bewertungen und Entscheidungen – meiner Meinung nach für eine DM eine schlechte Entscheidung, solch einen Richter einzusetzen, der offensichtlich mangelnde Kenntnisse der PO vorzuweisen hat und sich größtenteils weit weg von einer objektiven, fachlich korrekten Bewertung befand.
Ich führe hier einige Beispiele an, ohne Namen der Hunde / Hundeführer(innen) zu nennen. Es geht mir hier nicht darum, Teams hervorzuheben oder zu kritisieren, sondern lediglich um die sehr zweifelhafte Richtweise darzustellen:

Grundstellung. HF schickt seinen Hund zu Versteck 1, Hund umläuft, HF schickt dann weiter zu 2, Hund bricht aus, geht um Versteck 4, HF RENNT nach vorne in der Hoffnung seinen Hund gleich um das 5. Versteck schicken zu können, das er nicht tut, sondern umläuft dann Versteck Nr. 3 – HF bleibt stehen ruft seinen Hund in Grundstellung schickt ihn daraus erneut zu Versteck 5, Hund rennt aber wieder ums 3. Versteck. HF nimmt seinen Hund erneut in Grundstellung und schickt ihn dann ins Helferversteck. Dort belästigt der Hund kurz, das Abrufen ist sehr zögerlich, sehr unruhig, zeigt sich unführig beim Verbringen in die Ablage/kurze Flucht. Beim Rückentransport prellt der Hund stark vor. Beim Angriff aus der Bewegung bellt der Hund vor dem Anbiss und nachdem er den Griff gesetzt hat ist er laut im Arm, alle Griffe aber durchweg unruhig, teilweise auch nicht voll, bei allen Ablassphasen starkes Belästigen….

Dieser Hund erhielt 5 Punkte mehr als der hier:

Einwandfreies Revieren, umläuft alle Verstecke eng und zielstrebig, kurzes Belästigen am Versteck, sehr gutes Abrufen am Versteck, Hund ruhig und führig zur Ablage. Kurze Flucht in Ordnung, hat den Griff nicht ganz voll, verbessert sich in den vollen Griff, hält aber fest bist zum Schluss, zweiter Angriff voller Griff bis zum Schluss, setzt voll um, gutes Ablassen, Rückentransport korrekter Abstand, klasse Angriff auf den Helfer mit vollem Griff, gute Führigkeit beim Seitentransport, lange Flucht fliegt Hund raus, greift aber sofort wieder an, erwischt den Arm schräg, hält aber den Griff und bei der erstbesten Möglichkeit setzt der Hund den Griff voll um, gutes Ablassen…


Dann gab es noch solche Entscheidungen:

Zwei Hunde, zwei gleiche Situationen: Langer Gang, egal hierbei, ob der Hund den Griff gehalten hat oder nicht, beide HF benötigen 3 Kommandos zum Ablassen. Bei einem HF entscheidet der Richter für einen Abbruch – den anderen HF lässt er dann doch noch weitermachen, obwohl er zuvor schon zum Abbruch abgewunken hat und der HF bereits auf dem Weg war zum Hund !

Oder das hier:

Von Revieren kann nicht die Rede sein: der Hund läuft völlig planlos auf dem Platz umher, bis irgendwann der HF den Hund in Grundstellung nimmt und ihn direkt ins Helferversteck schickt. Schon bei der kurzen Flucht benötigt der Hund drei Anläufe, bis er kurz vor der Linie im Helferarm ist. Beim zweiten Angriff wird der Griff immer weniger und mit dem zweiten Stockschlag ist der Hund ganz draußen und lässt sich noch vom Helfer treiben. Helfer bleibt stehen, Hund nicht im Arm, Richter bricht ab.
Hundeführerin tritt an Hund heran, ebenso der Richter, kurze Diskussion. HF darf weitermachen ! Der Rest war ebenso mehr schlecht als Recht….


An diesen beiden Tagen habe ich in C sehr gute und leider sehr schlechte Hunde gesehen. Erschreckend fand ich, wie unführig sich viele Hunde gezeigt haben. Einwandfreies Revieren haben nur die wenigsten beherrscht, und sehr viele Hunde benötigten mehrere Versuche, bzw. hielten den Griff nicht bei der kurzen Flucht. Das Rausfliegen beim der langen Flucht war auch oft zu sehen, wobei das auch oft am Helfer lag, der meines Erachtens, unsicher, völlig wirr und planlos seinen Arm hin und hergerissen hat, einige Hunde taten sich beim Einholen weh, was eindeutig an der Fähigkeit des Helfers zweifeln lässt. Der Helfer in Teil 1 dagegen hat mir sehr gut gefallen: ziemlich flott unterwegs, immer sportlich und fair gegenüber dem Hund.

Neben den üblichen „verdächtigen“ Hunden ;-), die bereits Top-Leistungen auf anderen überregionalen Veranstaltungen gezeigt haben (Mona, Afra, Hemond…) sind mir besonders Akascha vom Burghof, Chakka vom Maindreieck, Bargo vom Erdburger Moor und Maendy vom Edertal aufgefallen. Diese Hunde haben mir in der Unterordnung genauso wie im Schutzdienst sehr gut gefallen. Hier und da kleine Patzer, aber im Gesamteindruck klasse Dobermänner ! Solche würde ich gerne öfter sehen ;-)


Ob mein Bericht/ meine Meinung die der anderen wiederspiegelt oder nicht, dass muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich hoffe nur, dass es ein kleiner Denkanstoss ist: Fairness gegenüber den Hundeführern, die das ganze Jahr verantwortungsvoll trainieren und sich mit Leidenschaft ihren Hunden und diesem Sport widmen – dessen sollte sich ein Richter auf einer solchen Veranstaltung bewusst sein und sein Amt verantwortungsvoll ausführen !


geschrieben von
Viktoria Fazikas
webmaster@vom-Adlerauge.de


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